BUND hat Klage gegen B-10-Ausbau eingereichtPläne des Landes seien ein „Pfahl im Fleisch des Widerstandes der Menschen gegen ein überflüssiges Verkehrsprojekt"
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Veranstaltungen der Parteien vor der Landtagswahl
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Datum |
Partei |
Veranstaltungsort |
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Mo.31.01.11 19.00 Uhr |
SPD |
Veranstaltung Barbara Schleicher-Rothmund, MdL, Thema: Entwicklung des ÖPNV, Start der Stadt-bahn und grenzüberschreitender Verkehr m. Michael Heilmann, Verbandsdirektor ZSPNV u. Werner Schreiner, ÖPNV |
Foyer Kulturzentrum Hagenbach |
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Do. 03.02.11 18.30 Uhr |
CDU |
„Mehr Qualität in der Bildung" mit Martin Brandl, MdL u. Annette Schavan, Bildungsministerin |
Wörth, Festhalle, kleiner Saal |
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Do.0 3.02.11 18.30 Uhr |
SPD |
„Der Atomkraft keine Chance – Wirtschaftsfaktor regenerative Energien" mit Wolfgang Schwarz MdL und Margit Conrad, Ministerin f. Umwelt, Forsten u. Verbraucherschutz |
Foyer Bürgerhaus Schwegenheim |
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Sa. 05.02.11 14.00 Uhr |
SPD |
„Demokratie u. Freiheit" m. Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender, Kurt Beck, Ministerpräsident u. Landesvorsitzender u. Joachim Gauck, Bürgerrechtler |
Jugendstilfesthalle Landau |
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Mo. 07.02.11 18.30 Uhr |
SPD |
Veranstaltung Barbara Schleicher-Rothmund, MdL: Veranstaltung zum Thema „Klimaschutz und Energiepolitik der Zukunft" m. Margit Conrad, Ministerin für Umwelt, Forsten u. Verbraucherschutz |
Foyer Stadthalle Germersheim |
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Di. 15.02.11 19.00 Uhr |
SPD |
„Gut leben im Alter", Wolfgang Schwarz, MdL, Malu Dreyer, Ministerin f. Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie u. Frauen |
Foyer Altes Kaufhaus Landau |
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Do. 17.02.11 |
FDP |
Wahlkampfauftakt |
Jockgrim Ziegeleimuseum |
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Do. 17.02.11 19.00 Uhr |
Semesterpolitikum mit Heiner Geißler: Stuttgart 21 |
Altes Kaufhaus Landau |
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Sa. 19.02.11 9.00 – 13.00 Uhr |
FDP |
Info-Stand |
Fußgängerzone Landau |
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Mo
21.02.11 |
CDU |
Angela Merkel, Bundeskanzlerin, Julia Klöckner, MdB, Christine Schneider, MdL |
Festhalle
Landau |
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Sa. 26.02.11 9.00 – 13.00 |
FDP |
Info-Stand |
Fußgängerzone Landau |
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Mo. 28.02.11 17.00 – 19.30 Uhr |
FDP |
Gesundheitspolitische Veranstaltung mit dem Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) in Kooperation mit der Vereinigung Liberaler Ärzte Rheinland-Pfalz |
Haus des Gastes Bad Bergzabern |
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Sa. 05.03.11 9.00 – 13.00 |
FDP |
Info-Stand |
Fußgängerzone Landau |
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Di
15.03.11 |
Alle |
Podiumsdiskussion mit allen Kandidatinnen und Kandidaten |
Festhalle Landau |
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Fr. 18.03.11 18.00 Uhr |
SPD |
Wahlkampfveranstaltung m. Kurt Beck, Minister-präsident u. Landesvorsitzender, Barbara Schleicher-Rothmund, MdL und Wolfgang Schwarz, MdL |
Altes Kaufhaus Landau |
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Sa. 19.03.11 9.00 – 13.00 |
FDP |
Info-Stand |
Fußgängerzone Landau |
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Sa. 19.03.11 11.00 Uhr |
SPD |
Info-Stand m. Theresia Riedmaier und Alexander Schweitzer |
Klingenmünster, Zimmerplatz |
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Sa. 26.03.11 9.00 – 13.00 |
FDP |
Info-Stand |
Fußgängerzone Landau |
Argumente gegen den Ausbau der B10
Einschätzungen
der BI – Queichtal zum momentanen Stand Ausbau B 10:
1.)
Anwendung Salamitaktik:
Um den
sehr hohen Kosten-/Nutzenfaktor eines Gesamtausbaus im Bundesverkehrswegeplan zu
umgehen, hat die Landesregierung den Ausbau der B10 nicht in einem Ausbauabschnitt gemeldet, sondern nach Salamitaktik in mehrere
Abschnitte zerstückelt. Damit wurde Recht gebeugt und eine Tunnellösung bei
Annweiler auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben.
2.)
Überzogene Verkehrsprognosen:
Wie die
LBM-eigenen Zählstellen für die letzten Jahre zeigen, stimmen die
Verkehrsprognosen für das Verkehrsaufkommen auf der B10 mit der Realität nicht
überein. Um die Ausbauplanungen nicht zu gefährden, findet keinerlei Überprüfung
bzw. Anpassung mehr statt.
3.)
Ausbauprofiteur LKW-Transitverkehr:
In erster
Linie profitiert der internationale Transitschwerlastverkehr von einem Ausbau
der B 10 zur A8-Ersatzautobahn, indem aus Ortsumgehungen eine europäischen
Transitrollbahn wird.
4.)
Arbeitsplatzmärchen:
Für die
Schaffung von neuen Arbeitsplätzen für die westpfälzische Bevölkerung durch
einen Ausbau gibt es keine wissenschaftlich begründetet Studie bzw. keinen
Beleg.
5.)
Tiefgestapelte Baukosten:
Wie bei
Stuttgart 21 sind die Ausbaukosten viel zu niedrig kalkuliert, da u. a. der
Ausbau der Tunnel bisher nur geschätzt wurde. Die Tunnel sind im weiteren
Bedarf (kein Planungsrecht) eingestuft, somit besteht derzeit keine Möglichkeit
einer realistischen Ermittlung der Baukosten.
6.)
Zeitfaktor:
Die Tunnel
bei Annweiler können nach heutigem Recht in frühestens 25 Jahren gebaut
werden. Bis dahin verhindern ständige Baumaßnahmen eine durchgängige
4-Streifigkeit der Straße. Dies bedeutet, dass mögliche anvisierte positive
Effekte eines Ausbaus frühestens in 25 Jahren wirken könnten. Die negativen
Effekte auf die Natur und die Menschen werden aber 25 Jahre wirken und sich
potenzieren.
Weitere
Fakten die gegen einen Ausbau der B10 sprechen:
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Stetig steigende
Energiepreise beeinflussen den Individualverkehr rückläufig.
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Überdurchschnittlich
abnehmende Bevölkerungszahlen in Westpfalz und Saarland.
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Völlig
unterfinanzierte Haushaltsbudgets deren Mittel sinnvoller (z. B. in Schulen) benötigt
würden.
·
Tunnelabschnitt
Annweiler mit extrem schlechten Kosten-/Nutzenfaktor hat auf unbestimmte Zeit
keine Realisierungschance und wird unvermeidbar zum Nadelöhr.
·
Erhebliche
gesundheitliche Schädigungen für die Anwohner durch Lärm u. Schadstoffe.
·
Große
finanzielle Nachteile für Tourismus, Weinbau und Immobilien (Stichworte: Urlaub
an der Autobahn, Dieselwein, Wertverluste).
·
Infolge des im
Ausbaufall immens zunehmenden Verkehrsaufkommens wird auch die Unfallhäufigkeit
signifikant zunehmen (siehe B9 Speyer – Wörth nach dem 4-spurigen Ausbau).
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
03. März 2011
B
10-Ausbau:
Gutachten nimmt Verkehrsuntersuchung unter die Lupe
Ende
Februar wurden den Bürgerinitiativen und dem BUND die Ergebnisse einer
Begutachtung bekannt, in der sich die Marburger Fachagentur Regio Consult mit
der Verkehrsuntersuchung von Modus Consult zur vierstreifigen Ausbaustufe der B
10 zwischen Godramstein und der A 65 auseinandergesetzt hat. Das von der
Rechtsanwaltskanzlei Philipp – Gerlach – Tessmer bestellte Gutachten kommt
zu einer vernichtenden Bewertung der gutachterlichen Leistung des Büros Modus
Consult, das auch sonst häufig vom Landesbetrieb Mobilität zu Straßenbauprojekten
herangezogen wird. Erst nach einem Antrag auf Akteneinsicht war dessen
Verkehrsuntersuchung zur Verfügung gestellt worden.
Wesentlicher Kritikpunkt
ist die fachliche Qualität der angewandten Untersuchungsmethodik: Weder die
Entwicklung der Bevölkerungs- und Beschäftigungsstruktur sowie des Mobilitätsgrades
noch die Verkehrsentwicklung noch die Fernverkehrsbeziehungen noch die zu
erwartenden Folgekonflikte infolge der vorgenommenen Abschnittsbildung auf der
Gesamtstrecke würden realitätsangemessen berücksichtigt.
So sei die von Modus
Consult zugrunde gelegte Bevölkerungszunahme von 9 Prozent im
Untersuchungsgebiet eine völlig falsche Datengrundlage; im Gegenteil: Der
durchschnittliche Bevölkerungsrückgang überrasche nicht nur durch seine Höhe,
sondern vor allem durch seine Geschwindigkeit. Auch der Motorisierungsgrad sei
viel zu hoch angesetzt.
Gravierender Kritikpunkt
ist, dass die Verkehrsverflechtungen zuletzt 1998 vollständig erhoben wurden.
Es stellt sich heraus, „dass in den Jahren 2004, 2005 und 2010 lediglich eine
Fortschreibung der Verkehrsuntersuchung von 2000 erfolgte, ohne dass das
Verkehrsmodell neu aufgestellt worden wäre“. Dabei zeige die Analyse der
aktuellen Verkehrsentwicklung, dass derzeit keine Verkehrszunahme zu beobachten
sei; vielmehr stagniere die Verkehrsbelastung bzw. sei sie leicht rückläufig.
Erstaunlicherweise
hätten im zurückliegenden Jahrzehnt sämtliche o. a. Einflussgrößen und
Grundlagendaten abgenommen, mit der Konsequenz, dass nicht, wie von Modus
Consult angenommen, mit einem um 23 Prozent zwischen 2003 und 2020 zunehmenden,
sondern ganz im Gegenteil in der Region mit
einem abnehmenden Verkehrsaufkommen zu rechnen sei. Außerdem
würde die Abschnittsbildung zu „ungelösten
Folgekonflikten“ führen.
Fazit der 22 Seiten
umfassenden Analyse:
„Die vorliegende
Verkehrsuntersuchung ist methodisch mangelhaft, die Datenlage völlig veraltet
und die Abschnittsbildung fehlerhaft infolge der ungelösten Folgekonflikte im
westlich an Godramstein anschließenden und nicht ausgebauten Abschnitt der B
10“.
Zum Tunnelbereich heißt es auf Seite 19: „Aufgrund der bereits heute
gegebenen sehr hohen LKW-Anteile ist in
den Tunnelbereichen keine ausreichende Leistungsfähigkeit zu erwarten, sodass
bereits geringe Mehrbelastungen zum Übergang des Verkehrsgeschehens in einen
instabilen Zustand führen können“. So könne bereits heute ein kurzes
Anhalten von weniger als 1 Minute innerhalb von Sekunden einen Stau verursachen
derart, wie am 21. Januar 2011 um 17:40 Uhr im Barbarossa-Tunnel zu beobachten
war.
Das Analyseergebnis ist
somit kein Ruhmesblatt für die verkehrswissenschaftliche Weisheit der Straßenplaner
und schon gar nicht für die Blütenträume von einer um drei bis vier Minuten
verkürzten Reisezeit zwischen Pirmasens und Landau.
Ulrich Mohr für BUND Südpfalz
und die Bürgerinitiativen Landau und Queichtal