Pressemitteilung BI Queichtal 

zu Artikel in RHEINPFALZ NR. 201Dienstag 30.8.2011

Annweiler, den 30.8.2011

Die BI-Queichtal wundert sich sehr über das demokratische Verständnisse oder besser Unverständnisse des Pirmasenser OB Matheis in Sachen B 10, wie in der RHEINPFALZ am Montag zu lesen war.

Es war der Willen der Wähler eine rot-grüne Koalition als Landesregierung einzusetzen, insofern spiegelt sich eine Mehrheit von Wählerstimmen in dem bestehenden Koalitionsvertrag wieder. Die BI Queichtal akzeptiert die dort getroffenen Ausführungen hinsichtlich der B 10, wenn auch zähneknirschend. Es würde einem Amtsträger einer demokratischen Partei auch sehr gut zu Gesicht stehen dies ebenfalls so zu akzeptieren.

Abschnitte helfen nicht weiter, die ganze B10 von Landau bis Pirmasens muss in einem einzigen Verfahren betrachtet und beurteilt werden. Insofern ist eine angestrebte Mediation nur von Hauenstein bis Landau (so steht es im Koalitionspapier) eher ein Entgegenkommen der Ausbaugegner.

Wenn der OB Matheis meint, dass ein neues Mediationsverfahren eher zum Nachteil der Ausbaubefürworter gereichen wird, versteht die BI Queichtal die Welt nicht mehr.

Welche Kröten mussten die Ausbaugegner denn bei dem sogenannten 1. Mediationsverfahren, in erster Linie aus unserer Sicht ein Akkzeptanz schlucken und trotzdem haben sie sich an einem solchen Verfahren beteiligt. in der angestrebten Mediation geht es um die Durchlässigkeit der B10 und die Sicherheit auf dieser Strasse. Nichts anderes ist auch das Ziel der BI Queichtal.

Wir sind der vollen Überzeugung, dass man dies sehr wohl auch ohne Ausbau auf 4 Spuren zu einer Autobahn A8 auf der Basis des heutigen 3-spurigen Ausbauzustandes erreichen kann und dies für beide Seiten im Osten wie im Westen spürbare Entlastung bringen kann.

Vielmehr sollten alle an der B 10 Betroffenen gemeinsam daran arbeiten und fordern, dass der internationale Schwerlastverkehr nicht mehr auf diesem Abschnitt der B 10 fahren darf. Alleine diese Maßnahme würde die regionalen Verkehre nach Osten und Westen erheblich entlasten. Es ist doch zur Zeit zu erleben, welche Erleichterung dies für alle Autofahrer bedeutet.

Ein weiteres gemeinsames Ziel muss es sein den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Richtung S-Bahn und regionalem Schnellzug von Saarbrücken nach Karlsruhe/Mannheim voranzutreiben, dies ist in der Tat im Interesse aller B10- Bürger.

Das Gerichtsverfahren ruht, da der Planfeststellungsbeschluss Ausbau B 10 bei Landau auf der Basis RQ 26 (Regelquerschnitt 26) und nicht auf den im Koalitionspapier anvisierte Ausbau auf einem kleinerem Regelquerschnitt (RQ 20) der B 10 basiert. All das müsste der OB von Pirmasens wissen und trotzdem gießt er nach altbekannter Manier Öl in das brennende Feuer.

Gänzliches Verständnis fehlt der BIQ für die Tatsache, dass der OB ständig in die kommunalen Obliegenheiten der Queichtal-Gemeinden und der dortigen Bürger in Sachen B10 hineinreden und mitbestimmen will, sich aber jegliche Einmischung in dieser Sache auf den Territorien um Pirmasens und Landkreis Südwestpfalz verbietet.

Was bei dem einen nicht geht, geht auch bei dem anderen nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Walter Herzog

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Walter Herzog, 1. Vors. BI Queichtal

 

 

B-10-Finanzierung: Verhindern leere Kassen den Ausbau?


MAINZ/PIRMASENS (wkr/dapd). Grünen-Fraktionschef Daniel Köbler gibt dem Ausbau der B 10 in der Südpfalz auf absehbare Zeit keine Chance. Vom Koalitionspartner SPD kommen dazu unterschiedliche Aussagen. Und die CDU in der Südwestpfalz stellt Bedingungen für ihre Mediations-Teilnahme.


„Der durchgängige vierspurige Ausbau wird in den nächsten 20 Jahren nicht kommen, völlig egal, wer regiert", sagte Köbler. Denn nicht die aktuelle Regierungsbeteiligung der Grünen, sondern vor allem die Sparzwänge infolge der Schuldenbremse verhinderten solche Pläne. „Es wird in absehbarer Zeit keinen Euro mehr für Straßenneubau geben", unterstrich Köbler.


Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hatte dagegen erst am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in Zweibrücken gesagt, er werde „alles dafür tun, dass der Ausbau der B 10 vierspurig erfolgt". Und der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Fuhr (Dahn) erklärte am Dienstag: „Die B 10 ist eine Bundesstraße, also zahlt der Bund. Und der ist im Wort. Ich habe keinen Zweifel, dass wir in Berlin gute Argumente für den Ausbau vorzutragen haben."


Regierungssprecherin Monika Fuhr (SPD) aber ist wohl anderer Meinung. Sie verbreitete gestern in einer Presseerklärung Auszüge aus einem Interview mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Darin erklärt der CSU-Minister, für nächstes Jahr nur 2,4 Milliarden Euro zur Verfügung zu haben. Damit könnten auf Bundesstraßen allenfalls gröbste Reparaturarbeiten durchgeführt werden. Für neue Spatenstiche gebe es keinen Spielraum.


Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Weiner (Pirmasens) hat gestern erstmals Bedingungen für eine Teilnahme der südwestpfälzischen CDU an einem Mediationsverfahren mit Ausbaugegnern aus der Südpfalz genannt. So müsse die Mediation von einem Mainzer Kabinettsmitglied geleitet werden und wie bei „Stuttgart 21" öffentlich sein. Darüber hinaus fordert Weiner unter anderem, den Planungsstopp aufzuheben. Falls bei einer Mediation keine Einigung zustande käme, sollte sich Weinerts Ansicht nach die Landesregierung auf einen Volksentscheid festlegen. Auch wolle die CDU nur über den Abschnitt von Landau bis Godramstein neu verhandeln. Der darüber hinausgehende Abschnitt bis Hauenstein müsse wie geplant vierspurig fertig gestellt werden.

 

BUND hat Klage gegen B-10-Ausbau eingereicht

Pläne des Landes seien ein „Pfahl im Fleisch des Widerstandes der Menschen gegen ein überflüssiges Verkehrsprojekt"


Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Rheinland-Pfalz hat beim Oberverwaltungsgericht Koblenz gegen den vom Land Rheinland-Pfalz erlassenen Planfeststellungsbeschluss zum vierstreifigen Ausbau der B 10 zwischen Godramstein und der Autobahn-Anschlussstelle Landau-Nord Klage eingereicht.
Verlangt wird die Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses wegen Verstößen gegen das Bundes- und Landesnaturschutzgesetz und gegen eine Reihe anderer Rechtsvorschriften. Prozessbevollmächtigte sind die Rechtsanwälte Philipp-Gerlach & Teßmer aus Frankfurt.
Die strittige Ausbaustrecke sei, so argumentieren die Kläger, lediglich ein kurzes Teilstück des von der Landesregierung projektierten durchgängig vierstreifigen Ausbaus der Bundesstraße zwischen Pirmasens und Landau, der „in rechtlich fragwürdiger Salamitaktik" - von Westen wie von Osten her - vorangetrieben werden soll. Für sich allein habe der Abschnitt keinerlei eigenständige verkehrstechnische Bedeutung, die einen vierstreifigen Ausbau begründen könnte. BUND-Sprecher Ulrich Mohr: „Das Vorhaben ist somit nicht weniger irrational als die Zusage, eine durchgängige Vierstreifigkeit ohne den dazugehörigen Tunnelbau etablieren zu wollen." Sein Zweck sei, von Osten her „Pfahl im Fleisch des Widerstandes der Menschen gegen ein überflüssiges Verkehrsprojekt mitten durch das Biosphärenreservat Pfälzerwald zu sein", meint Mohr.
Über ihr aktuelles juristisches Vorgehen hinaus halten daher der BUND wie die unterstützenden Bürgerinitiativen weiter an ihrer Kritik an der hinter der beklagten Maßnahme stehenden Straßenverkehrspolitik fest: Als „transeuropäische Transitachse für den verdreifachten Schwerlastverkehr gewollt", werde die Strecke weder der Region um Pirmasens noch sonstigen Anrainern von Nutzen sein, glauben die Naturschützer. Solche Strecken hätten in der Regel für die strukturpolitische Zukunft der davon betroffenen Räume sogar eher eine „Entleerungswirkung". Nichts anderes habe im Grunde auch das vor Jahren abgehaltene Mediationsverfahren der Landesregierung erbracht.
Für die Pendler der betroffenen Region wäre der damals von den Kritikern gemachte Vorschlag einer durchgängigen Dreispurigkeit mit tageszeitangepasster „intelligenter" Verkehrssteuerung völlig ausreichend und für den Steuerzahler günstiger gewesen, trauern die Umweltschützer einer verpassten Chance nach. (gau)


Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Datum: Donnerstag, den 30. Dezember 2010
Seite: Nr.13

Veranstaltungen der Parteien vor der Landtagswahl

Datum

Partei

 

Veranstaltungsort

Mo.31.01.11

19.00 Uhr

SPD

Veranstaltung Barbara Schleicher-Rothmund, MdL,

Thema: Entwicklung des ÖPNV, Start der Stadt-bahn und grenzüberschreitender Verkehr m. Michael Heilmann, Verbandsdirektor ZSPNV u. Werner Schreiner, ÖPNV

Foyer Kulturzentrum Hagenbach

Do. 03.02.11

18.30 Uhr

CDU

„Mehr Qualität in der Bildung" mit Martin Brandl, MdL u. Annette Schavan, Bildungsministerin

Wörth, Festhalle,

kleiner Saal

Do.0 3.02.11

18.30 Uhr

SPD

„Der Atomkraft keine Chance – Wirtschaftsfaktor regenerative Energien" mit Wolfgang Schwarz MdL und Margit Conrad, Ministerin f. Umwelt, Forsten u. Verbraucherschutz

Foyer Bürgerhaus Schwegenheim

Sa. 05.02.11

14.00 Uhr

SPD

„Demokratie u. Freiheit" m. Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender, Kurt Beck, Ministerpräsident u. Landesvorsitzender u. Joachim Gauck, Bürgerrechtler

Jugendstilfesthalle Landau

Mo. 07.02.11

18.30 Uhr

SPD

Veranstaltung Barbara Schleicher-Rothmund, MdL: Veranstaltung zum Thema „Klimaschutz und Energiepolitik der Zukunft" m. Margit Conrad, Ministerin für Umwelt, Forsten u. Verbraucherschutz

Foyer Stadthalle Germersheim

Di. 15.02.11

19.00 Uhr

SPD

„Gut leben im Alter", Wolfgang Schwarz, MdL, Malu Dreyer, Ministerin f. Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie u. Frauen

Foyer Altes Kaufhaus Landau

Do. 17.02.11

FDP

Wahlkampfauftakt

Jockgrim

Ziegeleimuseum

Do. 17.02.11

19.00 Uhr

 

Semesterpolitikum

mit Heiner Geißler: Stuttgart 21

Altes Kaufhaus

Landau

Sa. 19.02.11

9.00 – 13.00 Uhr

FDP

Info-Stand

Fußgängerzone Landau

Mo 21.02.11

17:00 Uhr

CDU

Angela Merkel, Bundeskanzlerin, Julia Klöckner, MdB, Christine Schneider, MdL Festhalle

Landau

Sa. 26.02.11

9.00 – 13.00

FDP

Info-Stand

Fußgängerzone

Landau

Mo. 28.02.11

17.00 –

19.30 Uhr

FDP

Gesundheitspolitische Veranstaltung mit dem Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) in Kooperation mit der Vereinigung Liberaler Ärzte Rheinland-Pfalz

Haus des Gastes Bad Bergzabern

Sa. 05.03.11

9.00 – 13.00

FDP

Info-Stand

Fußgängerzone Landau

Di 15.03.11

19:00 Uhr

Alle

Podiumsdiskussion mit allen Kandidatinnen und Kandidaten

Festhalle

 Landau

Fr. 18.03.11

18.00 Uhr

SPD

Wahlkampfveranstaltung m. Kurt Beck, Minister-präsident u. Landesvorsitzender, Barbara Schleicher-Rothmund, MdL und Wolfgang Schwarz, MdL

Altes Kaufhaus Landau

Sa. 19.03.11

9.00 – 13.00

FDP

Info-Stand

Fußgängerzone Landau

Sa. 19.03.11

11.00 Uhr

SPD

Info-Stand m. Theresia Riedmaier und Alexander Schweitzer

Klingenmünster,

Zimmerplatz

Sa. 26.03.11

9.00 – 13.00

FDP

Info-Stand

Fußgängerzone Landau

Argumente gegen den Ausbau der B10

Einschätzungen der BI – Queichtal zum momentanen Stand Ausbau B 10:

 1.) Anwendung Salamitaktik:

Um den sehr hohen Kosten-/Nutzenfaktor eines Gesamtausbaus im Bundesverkehrswegeplan zu umgehen, hat die Landesregierung den Ausbau der B10 nicht in einem Ausbauabschnitt gemeldet, sondern nach Salamitaktik in mehrere Abschnitte zerstückelt. Damit wurde Recht gebeugt und eine Tunnellösung bei Annweiler auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben.

2.) Überzogene Verkehrsprognosen:

Wie die LBM-eigenen Zählstellen für die letzten Jahre zeigen, stimmen die Verkehrsprognosen für das Verkehrsaufkommen auf der B10 mit der Realität nicht überein. Um die Ausbauplanungen nicht zu gefährden, findet keinerlei Überprüfung bzw. Anpassung mehr statt.

 3.) Ausbauprofiteur LKW-Transitverkehr:

In erster Linie profitiert der internationale Transitschwerlastverkehr von einem Ausbau der B 10 zur A8-Ersatzautobahn, indem aus Ortsumgehungen eine europäischen Transitrollbahn wird.       

4.) Arbeitsplatzmärchen:

Für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen für die westpfälzische Bevölkerung durch einen Ausbau gibt es keine wissenschaftlich begründetet Studie bzw. keinen Beleg. 

5.) Tiefgestapelte Baukosten:

Wie bei Stuttgart 21 sind die Ausbaukosten viel zu niedrig kalkuliert, da u. a. der Ausbau der Tunnel bisher nur geschätzt wurde. Die Tunnel sind im weiteren Bedarf (kein Planungsrecht) eingestuft, somit besteht derzeit keine Möglichkeit einer realistischen Ermittlung der Baukosten. 

6.) Zeitfaktor:

Die Tunnel bei Annweiler können nach heutigem Recht in frühestens 25 Jahren gebaut werden. Bis dahin verhindern ständige Baumaßnahmen eine durchgängige 4-Streifigkeit der Straße. Dies bedeutet, dass mögliche anvisierte positive Effekte eines Ausbaus frühestens in 25 Jahren wirken könnten. Die negativen Effekte auf die Natur und die Menschen werden aber 25 Jahre wirken und sich potenzieren.

 

Weitere Fakten die gegen einen Ausbau der B10 sprechen:

·      Stetig steigende Energiepreise beeinflussen den Individualverkehr rückläufig.

·      Überdurchschnittlich abnehmende Bevölkerungszahlen in Westpfalz und Saarland.

·      Völlig unterfinanzierte Haushaltsbudgets deren Mittel sinnvoller (z. B. in Schulen) benötigt würden.

·      Tunnelabschnitt Annweiler mit extrem schlechten Kosten-/Nutzenfaktor hat auf unbestimmte Zeit keine Realisierungschance und wird unvermeidbar zum Nadelöhr.

·      Erhebliche gesundheitliche Schädigungen für die Anwohner durch Lärm u. Schadstoffe.

·      Große finanzielle Nachteile für Tourismus, Weinbau und Immobilien (Stichworte: Urlaub an der Autobahn, Dieselwein, Wertverluste).

·      Infolge des im Ausbaufall immens zunehmenden Verkehrsaufkommens wird auch die Unfallhäufigkeit signifikant zunehmen (siehe B9 Speyer – Wörth nach dem 4-spurigen Ausbau).

 

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

03. März 2011

B 10-Ausbau:

Gutachten nimmt Verkehrsuntersuchung unter die Lupe

 

Ende Februar wurden den Bürgerinitiativen und dem BUND die Ergebnisse einer Begutachtung bekannt, in der sich die Marburger Fachagentur Regio Consult mit der Verkehrsuntersuchung von Modus Consult zur vierstreifigen Ausbaustufe der B 10 zwischen Godramstein und der A 65 auseinandergesetzt hat. Das von der Rechtsanwaltskanzlei Philipp – Gerlach – Tessmer bestellte Gutachten kommt zu einer vernichtenden Bewertung der gutachterlichen Leistung des Büros Modus Consult, das auch sonst häufig vom Landesbetrieb Mobilität zu Straßenbauprojekten herangezogen wird. Erst nach einem Antrag auf Akteneinsicht war dessen Verkehrsuntersuchung zur Verfügung gestellt worden.

Wesentlicher Kritikpunkt ist die fachliche Qualität der angewandten Untersuchungsmethodik: Weder die Entwicklung der Bevölkerungs- und Beschäftigungsstruktur sowie des Mobilitätsgrades noch die Verkehrsentwicklung noch die Fernverkehrsbeziehungen noch die zu erwartenden Folgekonflikte infolge der vorgenommenen Abschnittsbildung auf der Gesamtstrecke würden realitätsangemessen berücksichtigt.

So sei die von Modus Consult zugrunde gelegte Bevölkerungszunahme von 9 Prozent im Untersuchungsgebiet eine völlig falsche Datengrundlage; im Gegenteil: Der durchschnittliche Bevölkerungsrückgang überrasche nicht nur durch seine Höhe, sondern vor allem durch seine Geschwindigkeit. Auch der Motorisierungsgrad sei viel zu hoch angesetzt.

Gravierender Kritikpunkt ist, dass die Verkehrsverflechtungen zuletzt 1998 vollständig erhoben wurden. Es stellt sich heraus, „dass in den Jahren 2004, 2005 und 2010 lediglich eine Fortschreibung der Verkehrsuntersuchung von 2000 erfolgte, ohne dass das Verkehrsmodell neu aufgestellt worden wäre“. Dabei zeige die Analyse der aktuellen Verkehrsentwicklung, dass derzeit keine Verkehrszunahme zu beobachten sei; vielmehr stagniere die Verkehrsbelastung bzw. sei sie leicht rückläufig.

Erstaunlicherweise hätten im zurückliegenden Jahrzehnt sämtliche o. a. Einflussgrößen und Grundlagendaten abgenommen, mit der Konsequenz, dass nicht, wie von Modus Consult angenommen, mit einem um 23 Prozent zwischen 2003 und 2020 zunehmenden, sondern ganz im Gegenteil in der Region mit einem abnehmenden Verkehrsaufkommen zu rechnen sei. Außerdem würde die Abschnittsbildung zu „ungelösten Folgekonflikten“ führen.

Fazit der 22 Seiten umfassenden Analyse:

„Die vorliegende Verkehrsuntersuchung ist methodisch mangelhaft, die Datenlage völlig veraltet und die Abschnittsbildung fehlerhaft infolge der ungelösten Folgekonflikte im westlich an Godramstein anschließenden und nicht ausgebauten Abschnitt der B 10“.

Zum Tunnelbereich heißt es auf Seite 19: „Aufgrund der bereits heute gegebenen sehr hohen LKW-Anteile ist  in den Tunnelbereichen keine ausreichende Leistungsfähigkeit zu erwarten, sodass bereits geringe Mehrbelastungen zum Übergang des Verkehrsgeschehens in einen instabilen Zustand führen können“. So könne bereits heute ein kurzes Anhalten von weniger als 1 Minute innerhalb von Sekunden einen Stau verursachen derart, wie am 21. Januar 2011 um 17:40 Uhr im Barbarossa-Tunnel zu beobachten war.

Das Analyseergebnis ist somit kein Ruhmesblatt für die verkehrswissenschaftliche Weisheit der Straßenplaner und schon gar nicht für die Blütenträume von einer um drei bis vier Minuten verkürzten Reisezeit zwischen Pirmasens und Landau.

 

Ulrich Mohr für BUND Südpfalz und die Bürgerinitiativen Landau und Queichtal