Verkehrszählung

Die BI Queichtal hat am Dienstag, den 25.6.2002 über den ganzen Tag eine Verkehrszählung bei Annweiler (zwischen den beiden ersten Tunnel Annweile OST) durchgeführt. Dabei wurden alle Fahrzeuge, die nicht mit dem Nummerschild GER, LD, PS,KL und SÜW  versehen waren, die diese Stelle passiert haben gezählt. Dadurch lässt sich ein Rückschluss auf den regionalen Verkehr ziehen. Dem Argument, dass ja auch Fahrzeuge mit anderen Nummern regional beliefern könnten, sehen wir als Fehlerquote an, die sich auf der Basis der Zahlen relativieren lässt.

Die Zählung erfolgte in beide Richtungen der B 10 uns 24 Stunden rund um die Uhr. Ein Vergleich mit Datenmaterial der Verkehrsströme aus der offiziellen Zählung des Straßenbauamtes am Kostenfelstunnel (hier erfolgt ein Zu- und Abstrom zur B 48, der die Zahlen etwas verändert) lässt folgende Ergebnisse zu:

 

1    Der LKW - Anteil beträgt ca. 25 % bei der offiziellen Zählung: 3857 LKW bei 15 662 Fahrzeugen = 24,6 %. Auf 3 PKW kommt 1 LKW (11805 PKW : 3857LKW) !!!

Bei unserer eigenen Zählung, die in erster Linie Fremdverkehr, also Transitverkehr erfasst, liegt der Anteil wesentlich höher: 3110 LKW bei 8710 Fahrzeugen: 35,7 % am Gesamtverkehr. Aber im Verhältnis PKW zu LKW verschiebt sich das Verhältnis deutlich zu 2:1 ( 5600 PKW : 3110 LKW ).

Dies bedeutet: Der LKW - Anteil ist wesentlich höher als uns bekannt gegeben wurde.

 

2    In den Morgenstunden von 0 Uhr bis 5-6 Uhr übersteigt die Anzahl der LKW die Anzahl der PKW im gesamten Verkehrsaufkommen. Da die Zahlen am Kostenfelstunnel nur gering abweichen( 0-5 Uhr : 369 LKW : 284 PKW), besteht dieser Verkehr in erster Linie aus LKW-Transitverkehr.

 

3    Der überwiegende Anteil des LKW Verkehrs besteht aus Transitverkehr. Von 3857 offiziell gemessenen LKW haben lediglich 747 eindeutigen regionalen Bezug. Dies bedeutet dass 80 % des LKW Aufkommens auf der B 10 Transitverkehr umfasst. Lediglich 20 % des LKW-Verkehr haben regionalen Bezug.

 

Die BI-Queichtal stellt auf der Grundlage dieser Messungen wiederholt fest:

 

1    Gerade in der Nacht ist die Emission - und Lärmerzeugung von LKW extrem hoch, die bei häufig vorkommenden Inversionswetterlagen gerade in den Morgenstunden die Bevölkerung im Queichtal extrem belastet. Deshalb fordert die BI Queichtal verstärkt ein Nachtfahrverbot für LKW auf der B 10.

 

2    Da 80 % des LKW-Verkehrs Transitverkehr ist, widerlegt dies die Argumentation der Straßenplaner und Politiker, dass der Forderung nach vierspurigem Ausbau der B 10 in erster Linie regionale Verursachung zu Grunde liegt. Bei entsprechenden Maßnahmen (Mautpflicht auch für die B 10, Gütertransport weg von der Straße..) würde ein dreispuriger Ausbau der B 10 den regionalen Belangen ausreichend Rechnung tragen

 

3 Es besteht Erklärungsbedarf seitens der Politik und Straßenplaner, was die Ursache des prognostizierten hohen regionalen Verkehrs ist. Ferner bedarf es einer Neuberechnung der Zahlen LKW-Belastung im Transit.

 

 

Artikel in der Rheinpfalz vom 16.7.02 zum gleichen Thema

 

Mit eigener Verkehrszählung einen Gang zugelegt
 

ANNWEILER: Bürgerinitiative "Queichtal": Lkw-Anteil am Gesamtverkehr höher als Behörden-Angabe - 80 Prozent Transit
 

Die Bürgerinitiative "Queichtal" gegen den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 10 zwischen Landau und Pirmasens hat am Dienstag, 25. Juni, eine Verkehrszählung an der B 10 organisiert. Gezählt wurde 24 Stunden lang von 22 Personen rund um die Uhr, in beiden Richtungen. Das Ergebnis: Der Lkw-Anteil ist höher als bisher von den offiziellen Stellen angegeben, und es handelt sich in erster Linie um Lkw-Transitverkehr.
 

Walter Herzog, Sprecher der Initiative mit Sitz in Annweiler, hat jetzt die Zahlen im Gespräch mit der RHEINPFALZ vorgestellt. Bei der Zählung am Barbarossatunnel und einer zweiten Station zwischen Barbarossa- und Löwenherztunnel bei Annweiler wurden alle Fahrzeuge berücksichtigt, die nicht mit dem Nummernschild GER, LD, PS, KL und SÜW versehen waren. Dadurch zieht die Organisation einen Rückschluss auf den Anteil des regionalen Verkehrs, weil sie eigenen Zahlen mit den Daten der offiziellen Zählung des Straßen- und Verkehrsamtes vergleicht, das am Kostenfeldtunnel ("Ein Zu- und Abstrom zur B 48 verändert die Zahlen etwas", so die BI) eine Zählstelle unterhält. Die Möglichkeit, dass auch Fahrzeuge mit anderen Autokennzeichen regional beliefern könnten, lässt die BI als Fehlerquote gelten, die sich relativieren lasse.

Die Bürgerinitiative kommt zu drei wesentlichen Ergebnissen:

Der Lkw-Anteil ist wesentlich höher als bisher von der Behörde bekannt gegeben. Während die offizielle Zählung einen Lkw-Anteil von 25 Prozent ergibt (nämlich 3857 Lkw bei 15.662 Fahrzeugen insgesamt) liegt dieser Anteil bei der BI-Zählung mit 35,7 Prozent wesentlich höher. Die BI hat bei 8710 Fahrzeugen (regionale Nummernschilder nicht mitgezählt) 3110 Lkw registriert.

Von 0 bis 5 Uhr übersteigt die Anzahl der Lkw die der Personenwagen. Herzog: "Da die Zahlen am Kostenfelstunnel nur gering abweichen (0-5 Uhr: 369 Lkw zu 284 Pkw), besteht dieser Verkehr auch nachts in erster Linie aus Lkw-Transitverkehr."

Von 3857 offiziell gemessenen Lkw haben nur 747 eindeutig regionalen Bezug. Das bedeute, so die BI, dass 80 Prozent des Lkw-Aufkommens auf der B 10 Durchgangsverkehr sei.

Wie aus den Grafiken hervorgeht, differieren die Kurven von BI und Zählstelle leicht. Spitzenwerte beim Lkw-Bereich ergeben sich in Richtung Pirmasens vor allem von 6 bis 7 und von 10 bis 13 Uhr. In Richtung Landau sind die meisten Lkw zwischen 9 und 13 Uhr unterwegs. Im Pkw-Bereich übrigens ergeben die BI-Zahlen einen regionalen Anteil am Verkehr von etwa der Hälfte, in beiden Richtungen.

Auf der Grundlage dieser Messungen wiederholt die Bürgerinitiative ihre Forderung nach einem Nachtfahrverbot für Lkw auf der B 10. Auch wegen der hohen nächtlichen "Emissions- und Lärmerzeugung".

Bei einem Lkw-Transitverkehrsanteil von 80 Prozent sieht die Bürgerinitiative die Argumentation von Straßenplanern und Politikern widerlegt, ein vierspuriger Ausbau komme hauptsächlich dem regionalen Verkehr zugute. Bei entsprechenden Maßnahmen - die Initiative denkt an Mautpflicht für die B 10 und die Verlagerung des Gütertransportes weg von der Straße - würde ein dreispuriger Ausbau den regionalen Belangen ausreichend Rechnung tragen, bekräftigt Walter Herzog. Die Bürgerinitiative hat für den Spätsommer eine weitere Verkehrszählung angekündigt, um zusätzliches Zahlenmaterial zu erhalten.

Noch im März bei der Informationsveranstaltung zur Machbarkeitsstudie Ausbau der B 10 in Birkweiler hatte Referent Rainer-Friedel Albrecht, Verkehrsplaner im Landesbetrieb Straßen und Verkehr, auf die große regionale Bedeutung der Bundesstraße hingewiesen: Zwischen 15.000 und 32.000 Fahrzeuge passierten die 46 Kilometer lange Strecke zwischen Landau und Pirmasens pro Tag, davon 4000 Lkw. Das Gros des Verkehrs, nämlich 96 Prozent, sei reiner Ziel- und Quellverkehr, so Albrecht. Landesweit liege die Frequenz auf Bundesstraßen im Schnitt bei 9000 Pkw pro Tag.

Keine Stellungnahme zur BI-Zählung abgeben mochte gestern Baudirektor Kurt Ertel, Leiter der Außenstelle Dahn-Bad Bergzabern des Straßen- und Verkehrsamtes Kaiserslautern. "Ich kenne die Zahlen nicht und auch nicht die äußeren Rahmenbedingungen." Zu bedenken gab er allerdings, dass am 25. Juni im Fernsehen das Fußball-WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Südkorea übertragen wurde. (sas)

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